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Aurel Popescu, Stellvertretender Fraktionsvorsitzender

Sinister Howling V

Am 04.11.2016 war es exakt fünf Jahre her, seit nach dem Brand eines Wohnmobils und dem Auffinden der Leichen der Mörder Mundlos und Bönhardt von den Behörden "entdeckt" wurde, was viele schon lange wussten: Neonazi-Terroristen zogen gute zehn Jahre mordend und raubend durch die Republik, unterstützt von rechten Kameradschaften, teilweise vermutlich bewusst toleriert, wenn nicht sogar gedeckt vom sog. Verfassungsschutz.

Weitere Enthüllungen in den NSU-Prozessen und den parlamentarischen Untersuchungsausschüssen werden dies wahrscheinlich bestätigen und weit mehr, vermutlich noch weitaus mehr.

Schlimm genug was bisher bereits enthüllt wurde, z. B. wie Ermittlungsbehörden stattdessen jahrelang "Zigeuner", Türken und Kurden (meist noch dazu Angehörige der Mordopfer) verdächtigten und die öffentliche Rede von „Döner-Morden“ war, was Opfer und Angehörigen diffamierte.

Was hat das alles mit Speyer zu tun?

Am 09.11.2016 begingen wir das feierliche Gedenken an die durch den Nationalsozialismus Ermordeten.

Zugleich versuchen seit Wochen engagierte Bürgerinnen und Bürger einen Veranstalter der seit Jahren immer wieder rechtsradikale Bands und entsprechendes Publikum nach Speyer holt, aus der städtisch geförderten Halle101 zu verweisen.

Jonas Schork, Veranstalter des Sinister Howling der bereits 2011 Celestia und dieses Jahr Peste Noire aufgrund der eindeutigen Faktenlage ausladen musste, weil die Zivilgesellschaft der Stadt den uneinsichtigen Rockmusikerverein unter Druck setzte, versucht derzeit ein Ersatzkonzert der französischen NSBM-Band (National Socialist Black Metal) einen Tag vor dem Sinister Howling im Umkreis von Speyer zu organisieren und belegt damit seine Affinität zum rechten Liedgut sowie seine Renitenz gegenüber der Kritik. Dies bringt endgültig leider auch den RMV in Misskredit, der am Sinister Howling nach wie vor festhält.

Was hat dies mit dem NSU und dem Gedenken am 09.11. zu tun?

„Führt man sich vor Augen, dass viele Verbrechen des NSU am Rande von Szene-Konzerten im Rahmen des sog. führerlosen Widerstandes, den auch Peste Noire in ihrer Musik und propagieren, abgesprochen und geplant wurden, gewinnt ein Szenefestival in Speyer ein ganz anderes Gewicht“, so Aurel Popescu, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der LINKEN im Speyerer Stadtrat.

„Die Fraktion DIE LINKE im Speyerer Stadtrat, die wir nicht nur einmal im Jahr im Stillen gedenken wollen, sondern uns aktiv gegen Rechts und für ein weltoffenes, tolerantes und buntes Speyer einsetzen, appellieren an den Oberbürgermeister Hansjörg Eger, an die Kolleginnen und Kollegen im Stadtrat und an den Rockmusikerverein, dieses Festival doch endlich abzusagen und mit dem Veranstalter Jonas Schork auch künftig nicht mehr zusammenzuarbeiten. In Speyer, das den Titel Stadt ohne Rassismus – Stadt mit Courage trägt darf kein Platz für menschenverachtendes Gedankengut sein!“, so Popescu zum Ende.