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Katrin Werner MdB

Katrin Werner MdB

Offener Brief an die Stadt Speyer

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Hans-Jörg Eger,

ich wende mich an Sie bezüglich der von Jonas Schork geplanten Black Metal-Konzertreihe „Sinister Howling“ im November 2016 in Speyer. Wie durch mediale Berichterstattung bekannt wurde, sollen einzelne Bands, welche für dieses Festival gebucht wurden, einen rechtsextremistischen und gewaltverherrlichenden Hintergrund haben.

Eine dieser Bands mit Bindung zur rechten Szene heißt „Peste Noire“. Das Logo dieser Band bildet exakt denselben Totenkopf mit Wappen ab, der ebenfalls von der US-amerikanischen neonazistischen Organisation „White Aryan Restistance“ (WAR), welche vom ehemaligen Ku-Klux-Klan-Führer Tom Metzger gegründet wurde, benutzt wird. Die mittlerweile ausgeladene Band „Peste Noire“ hat zudem diverse Alben beim rechtslastigen Label „Northern Heritage“ veröffentlicht und mit der finnischen Band „Horna“ ein gemeinsames Musikprodukt herausgebracht. Letztere hatte kurzzeitig ein eigenes Label, welches Musik rechtsorientierter neo-nationalsozialistischer Black Metal-Bands produzierte.

Der Kopf von „Peste Noire“, Famine, sieht sich, angesichts der Vorwürfe, zu Unrecht in die rechte Ecke gedrängt. Er betont vielmehr, dass er zu einem unpolitischen französischen Nationalismus stehe. Online sind jedoch etliche belastende Fotos von dem Frontmann zu finden, auf denen er vor nationalsozialistischen Hintergründen posiert oder den Hitlergruß zeigt. Zudem spielte er in der Vergangenheit bereits für andere Rechtsrock-Bands, die teilweise für Auftritte von der NPD Rheinland-Pfalz im Sommer 2005 eingeladen wurden.

 Nun soll die Band „Peste Noire“ zwar nicht mehr auf dem Festival, jedoch am Tag vor dem geplanten Konzert, eine Stunde vom Ursprungsort entfernt, auftreten dürfen. Dieses Vorgehen zeigt deutlich, dass es sich lediglich um eine Schein-Ausladung handelt und aus der rechten Gesinnung der Band keine Konsequenzen gezogen werden. Stattdessen wird weiterhin eine Band gefördert, die in ihren Liedtexten zu sadistischen Vergewaltigungen, Foltermassakern und Massentötungen aufruft. Das ist nicht nur bedenklich, sondern schlechthin menschenverachtend.

 Eine weitere Band namens „Behexen“, die in Speyer auftreten soll und auch mit „Horna“ zusammengearbeitet hat, wurde trotz ihres fragwürdigen rechten Hintergrundes nicht ausgeladen. Bereits 2014 kamen durch Jonas Schork die rechten Bands „Horna“ aus Finnland, „Darkmoon Warrior“ aus Eberswalde und „Acherontas“ aus Griechenland nach Speyer. Alle drei Bands werden über das „World Terror Committee“ (WTC) vermarktet, welches in dem Geschäftsfeld des rechtsorientierten Sven Zimpers liegt. Diese Umstände zeigen mehr als deutlich, dass das Festival bzw. dessen Veranstalter, klar dem rechtsextremen Spektrum zugerechnet werden können. Eine solche Veranstaltung ist weder förderungswürdig, noch sollte die Stadt Speyer ihr in irgendeiner Weise eine Plattform bieten.

 Aus den oben genannten Gründen sollte die Veranstaltung der Black Metal-Konzertreihe „Sinister Howling“ von der Agenda abgezogen und die Veranstalter von der Nutzung der Halle ausgeschlossen werden. Die Stadt Speyer muss jetzt Druck auf den Trägerverein ausüben. Nationalsozialistische und gewaltverherrlichende Metal-Bands dürfen nicht durch öffentliche Mittel unterstützt werden und die Halle 101 darf kein Platz für Auftritte rechter und rechtsextremer Bands sein! Fremdenfeindliches, rassistisches, sexistisches und menschenverachtendes Gedankengut, wie es in der Konzertreihe von Jonas Schork zur Schau gestellt wird, darf nicht toleriert werden.

 

Mit freundlichen Grüßen

Katrin Werner

 

Mitglied des Deutschen Bundestags