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Jonas Treibel

Eine Gruppe Mädchen wird aus dem Bademaxx verwiesen - der Grund: Ihre Burkinis

Wie der Speyerer Rundschau vom 06. September zu entnehmen war, besuchten zusammen mit der Leiterin ihrer Wohngruppe fünf geflüchtete Mädchen zwischen 13 und 17 Jahren im August das Bademaxx in Speyer.


Das Vorhaben, sich nach einem Schwimmkurs zu erkundigen, scheiterte allerdings schnell an der Entscheidung einer Schwimmmeisterin, die die von den Mädchen getragene Burkinis nichts als angemessene Badebekleidung wertete. Daraufhin wurde die gesamte Gruppe des Bademaxx verwiesen.Die Leiterin der Wohngruppe, Frau Knuth-Scherer, beschwerte sich daraufhin telefonisch bei einem zuständigen Mitarbeiter, dessen Rechtfertigung noch einmal einiges deutlich macht: Die Entscheidung sei der aktuellen politischen Situation, Beschwerden anderer Badegäste und Ängsten geschuldet.

DIE LINKE kritisiert die Entscheidung scharf und macht klar, dass dies eine Form von Diskriminierung darstellt, die außerdem einer gelungen Integration massiv entgegen arbeitet.


Die Pressesprecherin der Stadtwerke formuliert zu diesem Vorfall, die Abwägung zwischen dem Recht muslimischer Frauen auf Teilhabe und den Gewohnheiten deutscher Badegäste sei eine Herausforderung.

DIE LINKE macht klar, dass hier keine Abwägung stattfinden kann. Das Recht auf Teilhabe, ein Grundrecht, kann nicht eingeschränkt werden, vor allem nicht aufgrund von sogenannten „Gewohnheiten“. Deshalb ist hier nicht nur der Vorfall an sich zu kritisieren, sondern auch die Art, wie nun mit ihm umgegangen wird. „Wir sehen hier die Auswirkungen einer Stimmung, die Speyer, gerade da Stadt ohne Rassismus – Stadt mit Courage, nicht gefallen kann. Die Herausforderung besteht also nicht im Abwägen von Rechten, sondern darin, diese Rechte selbstverständlich zu gewähren und zu verteidigen.
Es gilt ganz klar zu zeigen, dass anti-muslimische und rassistische Stimmungsmache nicht von einem solchen Erfolg gekrönt werden darf.Das Bild schließt sich, wenn die Pressesprecherin der Stadtwerke Frau Daum „muslimisch“ und „deutsch“ als gegensätzliche Begriffspaare benutzt“, so Jonas Treibel, Mitglied des Kreisverbandes der Linken Speyer-Germersheim. Frau Daum formuliert weiter, dass der Umgang vor allem mit jenen Besuchern besonders problematisch sei, „die den Anblick fremdartiger Menschen in ungewohnten Kleidungsstücken mit Kopfbedeckung oft nicht akzeptieren“.

DIE LINKE sieht Handlungsbedarf, wenn Menschen auf Grund ihres Aussehens, oder dem Tragen einer Kopfbedeckung als „fremdartig“ bezeichnet und ausgegrenzt werden. Wir sehen das Bademaxx und die Stadt Speyer in der Pflicht, die Rechte von Mädchen gegenüber diesen Badegästen zu schützen und zu überlegen, wie dieser Form der Diskriminierung entgegenzuwirken ist.

„Die Speyerer Rundschau titelt, das Vorhaben der Mädchengruppe sei an deren Badebekleidung gescheitert. Nein - es ist an einer diskriminierenden Engstirnigkeit gescheitert.“ so Jonas Treibel abschließend.